Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist eine Sammelbezeichnung für verschiedenste Heilverfahren, weshalb der Begriff auch so schwer zu definieren ist. Generell geht es jedoch darum, daß versucht wird, bestehende Probleme auf der Basis psychologischer Methoden zu bearbeiten. "Psychologische Methoden" bedeutet dabei, daß keine Medikamente oder andere medizinischen Verfahren zur Anwendung kommen. Allerdings kann und muß beides in manchen Fällen kombiniert werden: verschiedene Störungen lassen sich psychotherapeutisch alleine nicht behandeln, dann muß die Psychotherapie beispielsweise mit einer medikamentösen Therapie kombiniert werden.

Es sagt inhaltlich nicht allzu viel aus, wenn man von "Psychotherapie" spricht, da es gegenwärtig über 400 verschiedene psychotherapeutische Ansätze gibt. Unter all diesen gibt es jedoch nur eine kleine Teilgruppe "seriöser" bzw. anerkannter psychotherapeutischer Verfahren. Von den Krankenkassen werden momentan nur Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie und Psychoanalyse anerkannt; nur bei diesen Verfahren ist somit eine Kostenübernahme seitens der Krankenkasse gesichert. Wer sich eingehender informieren will, der findet unten Literaturhinweis auf Bücher, in denen die wichtigsten Therapieschulen gut verständlich dargestellt werden.

Die Auswahl der konkreten Methoden hängt sehr stark von der Ausrichtung des Therapeuten und der Art der jeweiligen Problematik ab. Zu den von mir vertretenen therapeutischen Richtungen erfahren Sie mehr auf den Seiten über Verhaltenstherapie und über existentielle Psychotherapie.

Psychotherapie unterscheidet sich von Beratung darin, daß erstere dann angewendet und von den Krankenkassen finanziert wird, wenn eine "Störung mit Krankheitswert" vorliegt. Die Weltgesundheitsorganisation hat eine "Internationale Klassifikation psychischer Störungen" (original: "International Classification of Diseases", inzwischen in der zehnten Überarbeitung, daher die Abkürzung ICD 10) entwickelt, in der alle gegenwärtig bekannten psychischen Störungen zusammengefaßt wurden. In der Regel dienen die ersten fünf Stunden einer Psychotherapie dazu, herauszufinden, ob bei einem konkreten Klienten eine der Störungen im Sinne der ICD 10 vorliegt und - wenn ja - um welche es sich handelt und wie schwerwiegend sie ist.

 

Literatur:

Kriz, J. (1994). Grundkonzepte der Psychotherapie. Eine Einführung. 4. Auflage. Weinheim: Psychologie Verlags Union.


© A. Noyon (APR/2000)